Das Gänseblümchen

Es ist das Blümchen unter den Blumen und in Mitteleuropa wahrscheinlich sogar die bekannteste Pflanze, welche wirklich von jedem fehlerfrei bestimmt werden kann: Das Gänseblümchen oder botanisch Bellis perennis, aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Dieses ausdauernde Kraut (daher auch der Artenname “perennis”, was soviel wie mehrjährig oder andauernd bedeutet) ist in fast jeder Wiese und jedem Rasen zu finden und durch seine hübsche, asternartige Blüte (Bellis heisst hübsch oder schön) absolut unverwechselbar. Von Kindern wird sie als Liebes-Orakel geschätzt (liebt mich, liebt micht nicht,…), vor allem unter den fanatischen Rasenliebhabern gibt es allerdings auch regelrechte Haßlieben und engagierte Gänseblümchen-Bekämpfer, Unkraut ist hier eben Unkraut, egal ob hübsch oder nicht…

Das kleinwachsende Gänseblümchen ist eine Staude mit Grundrosette, deren wintergrüne Blätter eiförmig bis spatelförmig sind und ein bisschen wie die des Feldsalats aussehen. Fast das ganze Jahr hindurch steigen aus der Blattrosette blattlose Blütenstängel empor, die jeweils eine Gänseblümchenblüte endständig tragen. Was für das menschliche Auge wie eine einzelne Blüte aussieht, ist in Wirklichkeit eine Scheinblüte, die aus vielen kleineren zusammengesetzt ist. Diese gelben Röhrenblüten sind für Korbblütler typisch in einem Körbchen gelagert und aussen von klassischerweise weissen, oftmals auch rötlich überlaufenen Zungenblüten umgeben. Der ausgebildete Fruchtstand ist körbchenartig.

G Nsebl Mchen in Das Gänseblümchen

Als Standort bevorzugt Bellis perennis sonnige und helle Plätze, vor allem also Blumenwiesen und Weiden, als Unkraut ist es wie bereits erwähnt auch in vielen (fast allen) Rasenflächen, sowohl im Garten als auch in Parks, ansässig. Je niedriger hier die Wuchshöhe der Pflanzen in der Umgebung ist, desto höher ist auch die Populationsdichte der Gänseblümchen. Als Substrat besonders günstig ist ein stark nährstoffhaltiger Boden, der eher sandig bis lehmig ist. Aufgrund dieser Vorliebe wird das Gänseblümchen im Gartenbau als sogenannter Nährstoffzeiger “missbraucht”, das heisst, Standorte mit einem hohen Gänseblümchevorkommen können ohne weitere Bodenproben als nährstoffreich betrachtet werden und somitsparsamer gedüngt werden.

Wem das hübsche Aussehen und der Nutzen im Gartenbau als schätzenswerte Eigenschaften noch nicht ausreichen und wer das Gänseblümchen weiterhin als Unkraut betrachten möchte, wird vielleicht umgestimmt, wenn er von den weiteren guten Eigenschaften von Bellis perennis erfährt: Das Gänseblümchen gilt nämlich seit jeher auch als Heilpflanze. Laut Wikipedia enthalten die Pflanzenteile Bayogenin, ein Saponin, denen man u. a. stärkende, entzündungshemmende und harntreibende Eigenschaften nachsagt. Zudem vermutet man eine präventive Wirkung gegen Darmkrebs durch eine hemmende Wirkung auf die Zellteilung im Darm.

Zu guter Letzt kann man das unschuldige Pflänzchen dann auch noch essen, vor allem die jungen Blätter (also die obersten Blätter der Rosette) sowie die halbgeöffneten Blüte und Knospen sollen recht schmackhaft sein. Ältere Pflanzenteile enthalten mehr Bitterstoffe und schmecken somit entsprechend bitter. Ob sich das Essen der Gänseblümchen als biologische Schädlingsbekämpfungsmaßnahme eignet ist jedoch fraglich…


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