Der Besenginster

Eine in ganz Westeuropa weit verbreitete und gut bekannte Planze ist der Besenginster (Cytisus scoparius) aus der Familie der Fabaceae, den Schmetterlingsblütlern. Dem Fachmann wird es schon aufgefallen sein: Obwohl der deutsche Name Besenginster ja einen Ginster bezeichnet, gehört die Pflanze nicht zur Gattung der Ginster (Genista), sondern ist eine Art von Geißklee, also Cytisus. Der deutsche Name ist trotzdem nicht unbedingt unpassend, denn im Habitus ist der Besenginster seiner Verwandschaft (sowohl Genista, als auch Cytisus stammen aus der Familie der Fabaceae) sehr ähnlich und für den Laien gar nicht mal so leicht vom echten Ginster zu unterscheiden:

Bei Cytisus scoparius handelt es sich um einen sommergrünen Laubstrauch, der meist einen Höhe von ein bis zwei Meter erreicht. Dabei ist die Wuchsform von reich verzweigten, aufrecht stehenden Triebe geprägt, deren grüne Rinde und kantige Form charakteristisch sind. Das mutet recht wild und sparrig an und verleiht der Pflanze ein besenartiges Aussehen, daher also auch der Name Besenginster. Das dreizählige Laub der Pflanze ist mit etwa ein bis zwei Zenitmeter Größe recht klein und unauffällig, sodass man von weitem eigentlich nur die Triebe und Blüten sieht, was den besenartigen Eindruck noch verstärkt.

Besenginster in Der Besenginster

Die Blüte von Cytisus scoparius ist eine typische gelbe Schmetterlinsblüte von fast drei Zentimeter Größe, die hübsch aussieht aber eher streng als aromatisch riecht. sie erscheinen ab Mai sehr zahlreich und werden von vielen Insekten angeflogen, wobei ein Bestäubung nur von Hummeln durchgeführt werden kann. Nur Hummeln sind nämlich schwer genug, den typischen Schmetterlingsblüten-Mechanismus auszulösen, der die Staubblätter der Blüte in Bewegung setzt und den Tieren den Pollen anhaftet. Nach der erfolgreichen Befruchtung bilden sich dann die ebenfalls typischen Hülsenfrüchte, die mehrere Samen enthalten. Diese sind übrigens – wie alle Pflanzenteile – giftig.

In der Landschafts- und Gartengestaltung ist der Besenginster ein hervoragendes Pioniergehölz für Extensivflächen, zum Beispiel an Böschungen als Straßenbegleitgrün. Auch im Garten macht das bizarre Gehölz eine gute Figur, hier lassen sich zahlreiche Sorten sehr gut im Heidegarten oder auch im Steingarten in Szene setzen. Dabei sollte der Standort möglichst sonnig gewählt werden, das Substrat sollte gutdurchlässig und eher trocken bis frisch sein. Kalk wird nicht gut vertragen. Insgesamt ist der Besenginster bei der Pflege anspruchslos, allerdings kann es schonmal zu Frostschäden kommen.

Neben der Gartengestaltung findet übrigens auch die Medizin Verwendung für den Besenginster: Aufgrund des Alkaloidgehaltes der giftigen Pflanzenteile sind die daraus gewonnen Drogen wirksam bei Therapien von Kreislaufstörungen und zu niedrigem Blutdruck. Da ja die Dosis bekanntlich das Gift macht, sollte man den Besenginster übrigens nicht in Teichnähe pflanzen, da das in Samen, Blüten und Blättern enthaltene Spartein durchaus in der Lage sein kann, Gewässer und deren Bewohner zu vergiften. Hier gelten Goldfische als gefährdet.


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