Der Rote Fingerhut – Digitalis purpurea

Momentan gibt’s ihn in seiner vollen Blütenpracht zu bewundern: Den roten Fingerhut oder botanisch Digitalis purpurea. Er ist eine unserer zahlreichen einheimischen Pflanzenschönheiten und wird je nach Auffassung, verschiedenen Familien zugeordnet, der Familie der Braunwurzgewächse oder der Familie der Wegerichgewächse. Ob nun Scrophulariaceae oder aber Plantagineae, für den heimischen Garten ist der Rote Fingerhut ein ökologisch wertvoller Zuwachs und eine Augen- wie Bienenweide.

In der freien Natur findet man ihn oftmals auf mitteleuropäischen Waldlichtungen, aber auch auf Gebirgs-Kahlschlägen. Dort findet er einen optimalen Standort im Halbschatten, der über ein frisches, eher kalkarmes Substrat verfügt, das über ausreichend Nährstoffe verfügen sollte. Auf einem guten Standort wächst der zweijährige Fingerhut etwa 1,20 m bis 1,60 m hoch und zeigt dabei einen aufrechten, horstbildenen Habitus mit Blattrosetten. Das spiralförmig gestellte, große, ovale Laub wird etwa 20 cm lang und fühlt sich leicht filzig an. Es ist meist ist es etwas gräulich-grün gefärbt und auffällig lang gestielt. Die wunderschöne Blüte des roten Fingerhutes zeigt sich in der Regel ab Anfang Juni bis Ende August und erinnert durch ihre Form sehr stark an einen Fingerhut (daher natürlich auch der Name).

Fingerhut-digitalis-purpurea in Der Rote Fingerhut - Digitalis purpurea

Ihre rosaroten Blütenblätter sind am Rand miteinander verwachsen, sodass eine fingerhutartige Röhre entsteht, die auf der Innenseite mit einem roten Punktmuster, auf meist weißlichem Grund versehen ist. Der Fingerhut blüht sehr zahlreich, daher ist er in der Natur eine wichtige Bienenweide, obwohl man wohl eher Hummelweide sagen müsste, denn anderen, kleineren Bestäuber-Insekten wird der Zugang zum Blütenstand durch sogenannte Sperrhaare erschwert.

Der Rote Fingerhut ist übrigens sehr stark giftig und deshalb auch in der Medizin als Heilpflanze bekannt. Er enthält Digitalisglykoside, die therapeutisch zur Behandlung von Herzinsuffizienzen eingesetzt werden. Dises Gift ist sehr stark, etwa 0,3 g führen beim Menschen bereits zu Vergiftungserscheinungen, die lethale Dosis für einen Hund beträgt etwa 5 g (Roth, Daunderer, Kornmann: Giftpflanzen Pflanzengifte. Nikol, 1994, S.308), man sollte also sicherheitshalber nur gucken und nicht anfassen Icon Wink in Der Rote Fingerhut - Digitalis purpurea


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