Der Rotpustelpilz

Die Gattung der Pustelpilze (Nectria), aus der Familie der Nectriaceae, beinhaltet einige Arten von Schlauchpilzen, aus der Ordnung der Hypocreales. Die Familienmitglieder der Nectriaceae leben in der Regel saprophytisch (d.h. sie ernähren sich von toten, oranischen Substanzen) oder auch parasitisch, also von anderen, lebenden Organismen wie den verschiedensten Pflanzenteilen zehrend. Ein besonders bekannter Vertreter der Pustelpilze ist der Rotpustelpilz oder auch Nectria cinnabarina, den der ein oder andere sicher schon einmal im Garten gefunden hat, denn er ist weltweit recht zahlreich vertreten und verfügt über optisch sehr gut erkennbare Fruchtkörper mit auffälliger Färbung.

Wer ihn noch nicht im Garten gefunden hat muss nicht traurig sein, denn gärtnerisch ist der Rotpustelpilz als typischer Schwäche-Parasit bezeichnet und trotz seines lustigen Aussehens eher unerwünscht. Er befällt also vornehmlich geschwächte Pflanzen, deren natürliches Abwehrsystem negativ beeinträchtigt und so gegen das Eindringen des Erregers machtlos ist. Dies kann auf eine nicht fachgerechte Pflege der befallen Pflanze zurückzuführen sein, es gibt allerdings scheinbar auch Pflanzen, die besonders anfällig für den Rotpustelpilz sind. Neben einem falschen Standort der Pflanze ist vor allem ein unsachgemäßer Schnitt von Pflanzenteilen ein Erkrankungsrisiko, hier setzt der Rotpustelpilz besonders häufig an,

Rotpustelpilz2 in Der Rotpustelpilz

vor allem bei Laubgehölzen wie Ahorn, Buche, Linde oder Kastanie, wobei man ihn insbesondere am Ahorn sehr oft entdecken kann, der besonders anfällig für ein Befall durch den Rotpustelpilz zu sein scheint. Hier dringt der Pilz in an Stellen mit verletzter Rinde in das Holz der Wirtspflanze ein, woher er vorwiegend als Saprobiont im Totholz agiert, was sich häufig durch Nekrosen und Absterbeerscheinungen äußert und laut Wikipedia auch krebsartige Wucherungen verursachen kann. Die Fruchtkörper des Pilzes sind, wie schon bereits erwähnt, recht auffällig und sehen ein bisschen wie kleine Himbeeren, von etwa 2 mm Größe aus. Der Pilz bildet außerdem oftmals auch eine ungleich auffälligere Nebenfruchtform, von leuchtend oranger Farbe aus.

Um eine Infektion mit dem unliebsamen Gast zu vermeiden empfiehlt es sich, das pflanzeneigene Abwehrsystem gegen Schädlinge zu stärken, bzw. eine Schwächung desselben zu unterlassen. Die erste Pflanzenschutzmaßnahme ist also die Auswahl einer robusten und bewährten Sorte, für die auch ein entsprechender Standort vorhanden ist. Nur wenn artgerechte Standortbedingungen (Licht, Nährstoffe, Wasser,…) vorliegen, kann sich eine Pflanze auch artgerecht entwickeln und ihr eigenes, natürliches Abwehrsystem gegen Schädlinge erfolgreich betreiben. Auch eine Überversorgung mit Nährstoffen ist nicht gut, eine Überdüngung mit Stickstoff (wird für den Aufbau von Biomasse benötigt) führt beispielsweise zu einem schwammigen Zellgewebe, was Pilzen das Eindringen in Pflanzeninnere erleichtert.

Wie bereits erwähnt ist auch der richtige Schnitt der Pflanze eine Voraussetzung für eine gesunde Pflanze. Jede Pflanze weist eine arttypische Schnittverträglichkeit vor und nur eine schnell verheiliende Schnittwunde minimiert das Infektionsrisiko. Schlecht ist hier vor allem der im Gärtnermillieu als “Vogelsitzholz” bekannte Stummel, den manch einer “vergisst” abzuschneiden. Hier findet der Rotpustelpilz einen perfekten Eingang ins Totholz, von dort kann er bis ins lebende Gewebe vordringen. Ein weiterer Tipp beim Rückschnitt ist das richtige Wetter: Da die meisten Pilzsporen nur bei feuchtem Wetter unterwegs sind, kann man vorsichtigerweise bei trockenem Wetter schneiden.

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Wie muss ich jetzt unseren Abazia (Seidenbaum) behandeln, wenn er den Rotpustelpilz hat?

Danke für Ihr Antwort


Eine direkte Bekämpfung mit einem Fungizid funktioniert beim Rotpustelpilz leider nicht, man kann allerdings befallene Äste bis tief ins gesunde Holz zurückschneiden, eventuell gesundet die Pflanze dann. Bei dem Rückschnitt sollte man unbedingt einen sauberen Schnitt hinlegen und das nur bei trockenem Wetter. Eventuell kann man noch ein Wundverschlußmittel auftragen. Man sollte zudem darauf achten, dass die befallene Pflanze entsprechend schnittverträglich ist, ich denke aber, dass das bei Albizia julibrissin der Fall ist.