Der Sechzehnfleckige Marienkäfer

Es gibt wohl keinen beliebteren einheimischen Käfer als den guten, alten Marienkäfer. Die kleinen Kerlchen sind nicht zuletzt wegen ihrer Kenntnisse in der Blattlausjagd im heimischen Garten sehr beliebt und mit ihrem roten Flügeln und schwarzen Punkten erkennt man sie sofort und jeder hat schonmal einen gefunden und vom Finger fliegen lassen. Eine Vertreter der Marienkäfer, den Coccinellidae, der jedoch nicht allzu häufig anzutreffen ist, ist der Sechzehnfleckige Marienkäfer, Halyzia sedecimguttata, obwohl er optisch quasi noch etwas auffälliger als die meisten seiner Familienmitglieder daherkommt:

Wie die Verwandtschaft ist auch der Sechzehnfleckige Marienkäfer, der manchmal auch Sechzehnfleckiger Pilz-Marienkäfer genannt wird, etwa einen halben Zentimeter groß, mit dem für Marienkäfer typischen, bulligen Körper und den schwarzen Augen. Außer den Augen gibt es dann allerdings keine Übereinstimmungen mehr, jedenfalls keine farblichen: Ihr gesamter Körper ist sowohl auf der Ober- als auch auf der Unterseite hellbraun bis orange gefärbt und statt der sonst üblichen schwarzen Punkte auf den Deckflügeln besitzt Halyzia sedecimguttata weiße Punkte und zwar, wie der Name bereits erahnen lässt, 16 an der Zahl, also 8 Punkte auf jedem Deckflügel.

Sechzehnfleckiger-Marienk Fer in Der Sechzehnfleckige Marienkäfer

Zudem kann man den Sechzehnfleckigen Marienkäfer an einer hellen Linie längs der Flügeldeckennaht erkennen, außerdem sind die Fühler wie auch die Beinchen in der Körperfarbe gefärbt. Man geht davon aus, dass dieses, für den Menschen eher niedlich wirkende Aussehen, Teil einer Verteidigungsstrategie des Marienkäfers gegen Feinde ist, denen durch die Warnfarben Gefährlichkeit vorgegaukelt werden soll. Der Fachmann spricht hier von Mimikry. Sollte sich ein erfahrener Jäger (beispielsweise Laufkäfer oder Raubwanzen) davon jedoch nicht täuschen lassen, können sich Marienkäfer bekanntlich verblüffend überzeugend tot stellen und zudem ein gelbliches Sekret absondern, welches übel riecht und noch übler schmecken soll…

Man findet den Sechzehnfleckige Marienkäfer fast in der gesamten Alten Welt, also in weiten Teilen Europas, Nordafrikas bis zum Südrand der Sahara und Asiens. Dort lebt er bevorzugt in Laub- und Mischwäldern und ist besonders oft in der Flugzeit von April bis Oktober zu beobachten, in Nadelwäldern findet man ihn hingegen nur selten. Das mag daran liegen, dass der Sechzehnfleckige Marienkäfer als ausschließliche Nahrungsquelle auf den Mehltau von Blättern angewiesen ist, und Mehltau findet man (soweit ich weiss) nicht auf Nadelgehölzen. Aus demselben Grund ist der Käfer übrigens bei allen Gärtnern ein gern gesehener Gast, denn ein gemeinsamer Feind vereint ja bekanntlich.

Da sich auch die Larven des Marienkäfers mit den weißen Punkten fast ausschließlich von Mehltaupilzen ernähren ist es ratsam, einen Befall bis zu einem bestimmten Ausmaß zu tolerieren, um so den Lebensraum der niedlichen wie nützlichen Tiere zu erhalten. Der Einsatz von Fungiziden schadet womöglich dem Käfer, nichtzuletzt da eine erfolgreiche Bekämpfung des Mehltaubefalls dem Marienkäfer die Nahrungsgrundlage entzieht. Und wer will das diesem sympathischen Gartenbewohner schon antun?

Kategorie(n): Fauna
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