Die Große Brennnessel

Ein weiterer, sehr populärer Gartenbewohner pflanzlicher Natur, ist die Große Brennnessel, die botanisch als Urtica dioica bezeichnet und in die Familie der Brennnesselgewächse, den Urticaceae, eingeordnet wird. Die Brennnesselgewächse sind sozusagen eine kleine Großfamilie der Pflanzenwelt und umfassen mehr als 2500 verschiedene Arten von Brennnesseln, wobei die Große Brennnessel Urtica dioica wohl die populärste Art ist, aber sie macht ihrem Namen ja bekanntlich auch alle Ehre. Man findet sie laut Wikipedia auf der gesamten nördlichen Halbkugel, nur nicht in den arktischen Regionen.

Wer die Brennnessel kennt, der weiss, dass die krautige Pflanze gut und gerne 3 Meter groß werden kann und jeder hat bestimmt schonmal einen der riesigen Horste beobachten können, die durch die Ausläufer der Brennnesseln entstehen. Aus ihnen wachsen neue Triebe, die von einer charakteristisch kantigen Form und zudem dicht mit kieselsäurehaltigen Brennhaaren besetzt sind, die unangenehm und erfahrungsgemäß recht ausdauern brennen, wenn man sie berührt. An diesen meist unverzweigten Trieben steht das herzförmige Laub und zwar kreuzgegenständig, wobei der Blattrand auffällig gesägt ist.

Gro E-Brennnessel in Die Große Brennnessel

Die Blütezeit der Großen Brennnessel dauert recht lang und liegt irgendwo zwischen Ende Juni bis Ende Oktober. Dann zeigen sich sowohl weibliche, als auch männlich Blüten, allerdings an verschiedenen Pflanzen, denn die Große Brennnessel gehört zu den zweihäusigen Pflanzen, die beiden geschlechter wohnen also sozusagen in zwei verschiedenen Häusern ;-). Die weiblichen Blüten sind dabei hängend, während die männlichen Blüten aufrecht stehen. Im Oktober reifen nach einer erfolgreichen Bestäubung dann die Früchte, die mit dem meschlichen Auge schon fast nicht mehr erkennbar sind: Sie werden nur etwa 1 mm groß und sind nicht besonders schwer, dadurch verbreiten sich schnell über Luft-, Wasser-, und “Fell”-Wege.

Auch wenn der direkte Kontakt mit der eigentlich recht hübschen Brennnessel nicht gerade angenehm ist, handelt es sich bei ihr nicht um ein “Unkraut”, also um eine unerwünschte Pflanze, die man aus seinem Garten entfernen muss: Bei genauerem Hinsehen stellt man fest, dass die Große Brennnessel vielen Schmetterlingsraupen als Nahrungsquelle dient, einige Schmetterlinge (beispielsweise der Kleiner Fuchs oder das Tagpfauenauge) ernähren sich sogar ausschließlich von ihnen. Möchte man einen naturnahen Garten gestalten, ist die Brennnessel also sogar ein hervorragendes Kraut, um den Garten zu beleben und hübschen Tierchen einen Lebensraum zu schaffen.

Konsumieren kann man Urtica dioicaübrigens auch als Mensch in Form von Tee oder dem guten, alten Wildgemüse-Salat, außerdem wird die Große Brennnessel auch zur Gewinnung von Naturfasern im großen Stil angebaut. Auch für den Landschafts- und Hobbygärtner ist die Brennnessel noch von weiterem Nutzen, denn aufgrund der in der Pflanze enthaltenen Säure lassen sich wirksame Laugen gegen beispielsweise Blattläuse herstellen. Zudem zeigt das auftreten von Brennnesseln im Garten ein stickstoffhaltiges Substrat an, was für eine “artgerechte” Beetgestaltung von Nutzen ist.


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