Die Herkulesstaude

Die Herkulesstaude, oft auch Riesen-Bärenklau genannt, ist eine Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae), die beeindruckend aussieht, aber auch ganz schön Aua machen kann. Botanisch “hört” der Riesen-Bärenklau auf den Namen Heracleum giganteum und sowohl die deutsche als auch die lateinische Bezeichnung sind damit recht treffend, denn die Staude aus dem Kaukasus kommt wirklich gigantisch daher und ist genau das, was man sich unter einem Riesen-Bärenklau vorstellt. Davon kann man sich in letzter Zeit immer häufiger selbst ein Bild machen, denn die Herkulesstaude ist als Neophyt mittlerweile in ganz Mitteleuropa und Teilen Nordamerikas verbreitet. Findet man ein Exemplar, sollte man es jedoch beim Bestaunen des imposanten Habitus belassen, denn Anfassen ist gefährlich:

Die Pflanzenteile von Heracleum giganteum beinhalten sogenannte Furanocumarine, die in Verbindung mit Sonnenlicht phototoxisch wirken. Kommt man bei Tageslicht mit diesen Stoffen in Kontakt, kann es zu mehr oder weniger schweren Verbrennungserscheinungen kommen. das reicht immerhin für den Titel Giftpflanze des Jahres 2008 und ist vor allem für Kinder eine gefährliche Angelegenheit, da die beeindruckende Pflanze schnell zum Anfassen und Bearbeiten verführt, was mit einem Besuch im Krankenhaus enden kann. Im Umgang mit der Pflanze wird daher eine amtliche Schutzkleidung mit Gesichtsschutz empfohlen, am besten ist jedoch wahrscheinlich, wenn man einfach die Finger von der giftigen Riesenstaude lässt…

Herkulesstaude in Die Herkulesstaude

Heracleum giganteum wird mit Leichtigkeit über drei Meter groß und ist in ausgewachsenem Zustand von jedermann kinderleicht zu erkennen, schwieriger wird’s jedoch bei jüngeren Pflanzen, die der Laie leicht mit dem kleineren Gemeinen Bärenklau (Heracleum sphondylium) verwechseln kann. Das fiederschnittig geteilte, sommergrüne Laub des mehrjährigen Riesen-Bärenklaus kann Längen von über einem Meter erreichen und ähnelt in seiner Form dem Fußabdruck eines großen Raubtieres, einer riesigen Bärenklau. Der dicke, oft ordentlich behaarte Stängel ist dazu meist purpur überlaufen und kann ohne weiteres einen Durchmesser von 10 cm erreichen. Dieses bemerkenswerte Erscheinungsbild wird dann ab Juni von der Blüte gekrönt:

Bei der Blüte der Herkulesstaude handelt es sich um sehr große Doldenblüten, welche wie die vergrößerten typischen Blüten der Verwandtschaft aus der Familie der Doldenblütler aussehen. Sie sind weiss und bestehen aus mehreren 10.000 Einzelblüten, die jeweils nur ein paar mm bis cm groß sind, ein solches Blütenkonglomerat kann jedoch einen Durchmesser von mehr als 40 cm erreichen. Entsprechend hoch ist die Anzahl der produzierten Früchte und Samen, wodurch sich der Riesen-Bärenklau hervorragend vermehren und so schnell zur regelrechten Plage werden kann. Zwar stirbt die Mutterpflanze nach der Bildung der Früchte, das ist in dieser Hinsicht jedoch nur ein kleiner Trost…

Trotzdem kann man der Herkulesstaude wohl auch Gutes abgewinnen, denn an einem sonnigen Standort mit einem feuchten, nährstoffreichen Substrat entwickelt sich der Riesen-Bärenklau zu einer sehr guten Wildstaude, deren Schönheit man sich in getrockneter Form auch in der Vase erhalten kann. Außerdem ist die Blüte der Pflanze eine wahre Bienenweide, die auch von vielen anderen Insekten angeflogen wird.


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