Engerling und Maikäfer

Während wir den Maikäfer des öfteren zu Gesicht bekommen, bleibt die Bekanntschaft mit einem – mehr oder weniger – ekligen Zeitgenossen meist nur den fleißigen Gärtnern vorbehalten: Der Engerling, die Käferlarve des Maikäfers, lebt etwa 30 cm tief in unserem Gartenboden und frisst sich dort mit humosen Stoffresten, aber gerne auch Wurzeln voll. Dabei erweist er sich als recht ausdauernd: Während der “fertige” Maikäfer nach der Metamorphose nur etwa 1 bis 2 Monate lebt verbringt der Engerling bis zu 5 Jahre unter der Erde, bevor er sich entschließt “erwachsen” zu werden, um sich fortzupflanzen. Hauptsächlich im Mai und Juni paaren sich die Maikäfer wobei das Männchen unmittelbar danach stirbt und auch dem Weibchen von Mutter Natur nur noch Lebenszeit bis zur Eiablage gewährt wird. Die Engerlinge schlüpfen dann etwa 1 Monat darauf.

Engerlinge in Engerling und Maikäfer

Die Engerlinge werden etwa fünf bis sechs Zentimeter lang, der Körper ist eher weißlich bis elfenbeinfarben, der Kopf braun orangebraun gefärbt. Typisch ist auch ein Muster aus rotbraunen Punkten auf dem Körper des Engerlings. Während ihrer unterirdischen Jugend legen sie einen frechen Schädlings-Lebensstil an Tag und vertilgen zunächst humose Substanzen, später Gras- und Krautwurzeln (Löwenzahn ist beliebt!), dann aber auch Baumwurzeln, was im Extremfall sogar ausgewachsenen Buchen zu, Verhängnis werden kann: Bei einer Maikäferplage im Jahre 1911 wurden auf einer Fläche von etwa 1800 Hektar rund 22 Millionen Käfer gesammelt. Der Fraß der Engerlinge ist dabei weitaus schwerwiegender, als der Schaden durch Laubfressende Maikäfer. Gefährdet sind vor allem junge Bäume besonders Laubbäume und Douglasie. Das Schadbild äußert sich durch anfangs geringen Wuchs, später vertrocknen des Laubs durch abgestorbene Wurzeln. Der Zyklus eines massenhaften Befalls wiederholt sich etwa alle 4 Jahre und laut Wikipedia mus etwa alle 40 Jahre mit einer Plage, fast biblischen Ausmaßes gerechnet werden.

Solange man nicht gerade einen Gemüsegarten pflegt, ist der Engerling für die meisten Gartenpflanzen normalerweise keine ernstzunehmende Gefahr, zumal die Maikäferbestände in den letzten Jahren standortübergreifend zurückgegangen ist. Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen sind meist nicht notwendig, außerdem haben Maikäfer und Engerling jede Menge natürliche Fraßfeinde, die Ihnen das Leben zur Hölle machen können: Vor allem Vögel aller Art lassen sich gerne einen Käfer entgehen und der Engerling ist bei Amsel, Igel und Maulwurf besonders beliebt. Darüber hinaus gibts es viele Bakterien, Nematoden und Pilze im Boden, die ihnen gefährlich werden können.


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