Flacher Lackporling – Ganoderma applanatum

Während die Pflanzen sich auf den Winter vorbereiten und beginnen sich zurückzuziehen, stehen jetzt die sonst meist unsichtbaren Bewohner von Wald und Garten in voller Blüte: Herbstzeit ist Pilzzeit und vor allem in den Monaten von August bis Oktober kann man viele verschiedene Fruchtkörper von den unterschiedlichsten Pilzarten beobachten. Pilze wurden früher dem Reich der Pflanzen zugeordnet, heutzutage sieht man in ihnen jedoch Vertreter eines eigenen Reiches.

Ein sehr häufig anzutreffender Pilz ist der Flache Lackporling (Ganoderma applanatum) aus der Ordnung der Porenpilze, der vor allem in Laub- oder Mischwäldern sein “Unwesen” treibt: Er ist ein parasitär lebender Pilz, mit einem recht breiten Wirtsspektrum, der vor allem jedoch Laubgehölze befällt. Besonders gerne mag er scheinbar Rotbuchen, denn hier findet man ihn sehr oft, nicht nur am lebenden Exemplar, sondern oftmals auch am Totholz. Der Flache Lackporling ist nämlich in der Lage, seinen Wirt auch nach dem Ableben zu verwerten, sozusagen ein echter Allrounder. Die Fruchtkörper des Flachen Lackporlings sind übrigens mehrjährig und können daher zu jeder Jahreszeit gefunden werden, auch ich habe fast auf Anhieb einen entdecken können:

Flacher-lackporling in Flacher Lackporling - Ganoderma applanatum

Der Hut des Fruchkörpers wird meist etwa 30 cm breit und sitzt direkt am Holz, ohne einen Stiel. Seine Oberfläche ist unregelmäßig gewölbt und in der Regel braun bis dunkelbraun, manchmal auch eher gräulich gefärbt. Besonders charakteristisch ist dabei jedoch die Hutunterseite des flachen Lackporlings, die auffällig reinweiß gefärbt ist und sich somit in einem relativ scharfen Übergang und deutlich von Hutoberseite absetzt.

Das Fruchtfleisch des Pilzes ist nicht gerade das, was man sich unter der schmackhaft klingenden Bezeichnung “Fruchtfleisch” vorstellen wird, die Konsistenz ist nämlich alles andere als fruchtig, vielmehr gleicht sie einem Stück aufgeweichten, zähen Sperrholzes. Zwar wird der Flache Lackporling scheinbar zu Heilzwecken verwendet, er soll allerdings abscheulich schmecken und gilt deshalb als ungenießbar.

Kategorie(n): Fauna
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